Allzeit gute Fahrt!

Die Bewohner und Mitarbeiter des Helen-Keller-Hauses können sich über ein neues Therapie-Dreirad in Form eines Tandems freuen.

Sächsische Zeitung, Hoyerswerdaer Tageblatt, 19.07.2022, von Silke Richter

Die Theorie ist einfach: „Jeder Mensch mit Behinderung hat ein Recht auf Betreuung. Diese beinhaltet, gemeinsame Erlebnisse zu schaffen, die der Erhöhung der Lebensqualität dient und auch Spaß bringt. Dazu gehört auch die Teilhabe am öffentlichen Leben, die wenn notwendig, mit Assistenzleistung und -unterstützung beispielsweise durch gemeinsames Radfahren ermöglicht wird. Denn nicht jeder Bewohner kann sein Gleichgewicht halten oder findet sich im Straßenverkehr auch zurecht“, erklärt Gudrun Waldherr, Einrichtungsleiterin des Helen-Keller-Hauses die Notwendigkeit der neuesten Anschaffung: ein Tandem.

Das Therapie – Dreirad ermöglicht gemeinsame und vor allem sichere Bewegung im Straßenverkehr und verspricht Bewohnern und auch Mitarbeitern wieder mehr gemeinsame Mobilität und Freude.

Gudrun Waldheer (roter Pullover), Einrichtungsleiterin des Helen Keller Hauses, und André Maywald, Vorstand der Diakonie Libera, probierten das neue Therapie–Dreirad gleich mal aus.

Gudrun Waldheer (roter Pullover), Einrichtungsleiterin des Helen Keller Hauses, und André Maywald, Vorstand der Diakonie Libera, probierten das neue Therapie–Dreirad gleich mal aus.© Foto: Silke Richter

Die Einrichtung im WK X befindet sich gleich neben dem Altenpflegezentrum Laurentiushaus und gehört mit zur Trägereinrichtung Diakonie Libera. Das Wohnpflegeheim bietet seinen 42 erwachsenen Bewohnerinnen und Bewohnern, die eine geistige Behinderung oder eine Mehrfachbehinderung haben, ein auf die jeweiligen Bedürfnisse und Ansprüche abgestimmtes optimales Zuhause und einen strukturierten Tagesablauf.

„Das Team der Einrichtung setzt sich Tag für Tag für eine gelebte Inklusion ein. Es wird versucht, so oft es geht am öffentlichen Leben teilzunehmen. Beispielsweise werden der Zoo, das Lausitzbad oder kulturelle Veranstaltungen besucht“, berichtet André Maywald Vorstand der Diakonie Libera. Für individuelle Freizeitmaßnahmen, oder wenn sich die Angebote an einen kleinen Personenkreis richten, kommt für die Transfers oftmals das Therapie-Dreirad-Tandem zum Einsatz. Nach 20-jähriger Nutzung war das alte Modell irreparabel defekt. Die Ersatzbeschaffung im Wert von 6.400 Euro erfolgte nun zu einem großen Teil aus Spendenmitteln. So beteiligten sich an der Finanzierung beispielsweise der Verband Evangelische Behindertenarbeit, der Evangelische Kirchenkreis Schlesische Oberlausitz und das Diakonie-Sozialwerk. Auch die REHA Center Adam GmbH, die Hoyerswerdaer Apotheke „Geschwister Zeitz“ am Klinikum, Mitglieder des Stiftungsrates der Diakonie Libera sowie weitere Privatpersonen haben das Spendenprojekt unterstützt.

Generell erfolge die Regelfinanzierung der Behindertenhilfeeinrichtung über den Kostenträger. Jedoch können nicht alle Projekte und Vorhaben über den Haushaltsplan abgebildet werden und seien nur Dank zusätzlicher Förderung realisierbar, hieß es bei der Übergabe des Tandems. Bereits in der Vergangenheit sei im Rahmen eines Spendenprojektes eine Schmetterlingswanne finanziert worden, die aufgrund ihrer Größe Therapieangebote für schwerstmehrfach behinderten Person ermögliche. „Diakonie Libera, frei und selbstbestimmt leben. Dafür steht unser Name. An deiner Seite. Das ist unsere Botschaft.“, erklärt der Vorstand André Maywald.

Die Stiftung Diakonie Libera fungiert als Träger von Einrichtungen und Diensten der Alten-, Behinderten-, Kinder- und Jugendhilfe sowie Kindertagesstätten. Das Helen-Keller-Haus in Hoyerswerda ist eine von insgesamt neun Einrichtungen in Sachsen und Brandenburg, in denen sich über 500 Mitarbeiter engagieren. In Hoyerswerda betreibt die Stiftung auch die Altenhilfezentren Laurentius-Haus sowie das Haus Rosengarten und die Kneipp-Kita Nesthäkchen.

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